Buchtipp: “Sitzen vier Polen im Auto” von Alexandra Tobor

Ich habe mich immer wieder gefragt, wie es wohl sein mag, wenn man ohne jegliche Sprachkenntnisse in einem fremden Land mit unbekannter Kultur ankommt und welche Hürden man bei der Integration wohl meistern muss? Nach der Lektüre dieses unterhaltsamen, autobiografisch gefärbten Romans ist mir nun einiges klarer. Zwar geht es hier um die Migration einer polnischen Familie nach Deutschland kurz vor dem Mauerfall, aber die Erlebnisse dieser Familie können sich leicht auf die Gegenwart und die heutige Situation von Flüchtlingen in Deutschland übertragen lassen.

Die 8jährige Ola verlässt 1989 mit ihren Eltern und ihrem kleinen Bruder die polnische Heimat, weil sie dort keine Perspektive haben. Im “Goldenen Westen” angekommen, leben sie – genau wie die Flüchtlinge heute – zunächst in Massenunterkünfte und Schlichtwohnungen. Das deutsche Alltagsleben ist ganz fremd und ungewohnt, die Familie kämpft mit der deutschen Sprache, den Behörden und den Vorurteilen in der deutschen Bevölkerung. Und natürlich sind die Eltern, obwohl gut ausgebildet, erst einmal arbeitslos. Das könnte alles todtraurig und deprimierend geschrieben sein, ist es aber nicht. Ola erzählt die Geschichte aus ihrer Sicht, teils kindlich-naiv, teils ziemlich scharfsinnig und auf den Punkt gebracht, auf jeden Fall aber immer sehr leicht und amüsant. Und am Ende ist Ola glücklich und wirklich angekommen in ihrer neuen Heimat.

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