Schlagwort-Archive: Lieblingsbuch

Buchtipp des Monats: “Und jetzt lass uns tanzen” von Karine Lambert

Marguerite und Marcel haben schon ein langes Leben hinter sich, als sie sich in einem Kurheim kennen lernen – sie ist 78, er 73 Jahre alt.  Aus der anfänglichen bloßen Sympathie wird schnell Liebe – sehr zum Missfallen von Marguerites Sohn, der alles versucht, um seine Mutter von Marcel fern zu halten. Doch allen Widrigkeiten zum Trotz finden die beiden Liebenden letztlich zusammen und genießen ihren späten Lebensabend als glückliches Paar.

Die Autorin hat eine anrührende Liebesgeschichte geschrieben, die sehr französisch daherkommt – leicht, charmant und mit einem Hauch Melancholie.

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Buchtipp: “Und dann steht einer auf und öffnet das Fenster” von Susann Pásztor

Fred, alleinerziehender Vater eines 13jährigen Sohnes und eher verunsichert vom Leben, trifft bei seinem ersten Einsatz als ehrenamtlicher Sterbebegleiter ausgerechnet auf die störrische und unzugängliche Karla. Nichts läuft bei der todkranken 60jährigen mit Hippie-Vergangenheit so, wie Fred sich das vorher ausgemalt hat. Trotzdem bietet er beharrlich weiter seine Hilfe an und versucht, für Karla da zu sein. Er findet Verbündete unter Karlas Nachbarn und bei seinem Sohn Phil. Doch dann führt Freds übereifriges und voreiliges Verhalten zum Bruch mit Karla, der es immer schlechter geht. Fred zieht sich zurück. Am Ende wird zwar nicht alles gut, aber Fred kann doch noch für Karla das Fenster öffnen, und er hat einen neuen Zugang zum Leben gefunden.

Trotz des schweren Themas Sterbebegleitung und Tod ist der Roman wunderschön. Das liegt vor allem an der leichten und einfühlsamen Schreibweise von Susann Pásztor. Die Protagonisten sind mir beim Lesen sehr ans Herz gewachsen, auch weil sie so ehrlich mit sich selbst sind und sich trotz ihrer kleinen Fehler und Schwächen dem Leben – und dem Sterben – so mutig wie selbstverständlich stellen.

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Buchtipp: “Liebe Fanatiker” von Markus Tiedemann

fanatikerNur zufällig bin ich in der Bibliothek über dieses kleine Buch gestolpert, der Titel schien mir widersprüchlich, und der Untertitel “Gegen extreme Überzeugungen” machte mich neugierig: wie wären die Argumente wohl formuliert? Ironisch? Emotional? Sachlich? Nur kurz reinschauen wollte ich, und dann habe ich mich mit steigendem Interesse festgelesen. In 33 kurzen Briefen werden religiöse und ethische Grundfragen erläutert, wie zum Beispiel “Gibt es einen Gott oder gibt es keinen?”, “Wieso tun sich Religionen so schwer mit der Gleichberechtigung?” oder “Kann ein Atheist ein guter Mensch sein ?” Wer jetzt denkt “Oh, schwere Kost”, liegt damit völlig falsch.  Zwar werden Thesen hinterfragt, mögliche Lösungen und Antworten erörtert und extreme und fanatische Glaubenshaltungen mit sachlichen Argumenten widerlegt, aber das Ganze geschieht so leicht, unterhaltsam und gut verständlich, dass das Mitdenken überhaupt nicht schwer fällt.

Unterm Strich wirbt der Autor, der als Professor für Philosophiedidaktik und Ethik an der TU Dresden lehrt, für Offenheit und Toleranz Andersdenkenden gegenüber und entzieht religiösem Fanatismus gleich welcher Couleur den Boden. Die Briefe wurden übrigens bereits 2015 als Serie in der “Frankfurter Rundschau” veröffentlicht.

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Buchtipp: “Lesen” von Steve McCurry

Lesen ist “Eine Leidenschaft ohne Grenzen”, so der Untertitel des wunderschönen Bildbandes. Denn überall auf der Welt gibt es Menschen, die das Lesen lieben – und der Magnum-Fotograf Steve McCurry hat im richtigen Augenblick seine Kamera gezückt und den Moment festgehalten. Die so entstandenen Fotos zeigen lesende Menschen in allen denkbaren Variationen. Sie lesen in Gesellschaft oder allein, an gewöhnlichen oder ungewöhnlichen Orten, im Stehen, im Liegen, im Sitzen. Sie lesen Bücher, Zeitungen oder Zeitschriften, sie lesen anderen vor oder nur für sich allein. Und bei allen fragt man sich unwillkürlich, was sie wohl gerade beim Lesen empfinden: sind sie ergriffen, atemlos, amüsiert? In einer anderen Welt oder ganz im Hier und Jetzt? Traurig oder glücklich? Empört oder gelassen? Mich haben die Bilder auf jeden Fall froh gemacht, weil es so viele Menschen auf der Welt gibt, die genau so gerne lesen wie ich 🙂

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Und wer noch mehr schöne Fotos von Steve McCurry sehen will, sollte unbedingt seine Homepage besuchen!