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Buchtipp: “Hä? Die schönsten unübersetzbaren Wörter der Welt”

©I. Schneider

Jeder kennt es: Beim gemütlichen Fernsehabend liegt die geöffnete Chipstüte auf dem Couchtisch und auf einmal ist die Tüte leer. Mal wieder ein typischer Fall von “Shemomechama”. Dieses kuriose Wort stammt aus dem Georgischen und bedeutet soviel wie “Ich habe aus Versehen alles aufgegessen, obwohl ich gar keinen Hunger hatte”.

Oder gehören Sie zu den Menschen, die “Tsondoku” betreiben? Nein, dies ist keine neue asiatische Kampfsportart, sondern bezeichnet vielmehr den Vorgang, Bücher zu kaufen, diese dann aber ungelesen im Regal stehen zu lassen.

Diese und viele andere Sprachkuriositäten finden Sie gesammelt im Buch “Hä – Die schönsten unübersetzbaren Wörter der Welt”. Und da es auch im Deutschen einige Begriffe gibt, die nicht ohne weiteres übersetzbar sind, sind auch diese im Buch enthalten. Zum Beispiel gibt es solche Wortspezialitäten wie “Brückentag” oder “Kopfkino” in anderen Sprachen nicht.

Wenn Sie nun neugierig geworden sind (ganz neugierige Kinder nennt man in Russland übrigens “Pochemuchka”, wörtlich übersetzt eine “Warum-Person”) und wissen möchten, ob das Buch in der Bibliothek verfügbar ist, klicken Sie bitte hier.

“Hä? Die schönsten unübersetzbaren Wörter der Welt” von Christian Koch ist erschienen im Goldmann Verlag, ISBN 978-3-442-15973-4 (Link zur Verlagsseite)

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Buchtipps zum Vatertag

©Ulla Luthe

Wer am Vatertag angrillen und dazu ein kühles Getränk genießen möchte, findet bei uns auf jeden Fall die passende Lektüre. Und wenn das Wetter nicht mitspielen sollte, haben wir auch noch genügend Filmmaterial für einen gemütlichen Sofatag im Angebot. Denn alle Spielfilme, die Sie am heutigen Mittwoch ausleihen, müssen erst am Dienstag zurückgebracht werden!

Übrigens: Nach dem Feiertag am Donnerstag sind wir am Freitag und Samstag wieder zu unseren üblichen Öffnungszeiten für Sie da.

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Buchtipp des Monats: “Das Ende meiner Welt” von Charity Norman

Die britische Studentin Cassy macht mit ihrem Freund Urlaub in Neuseeland. Eher unabsichtlich landet sie nach einem Streit mit ihm bei einer Gruppe sehr sympathischer Menschen, die in einem idyllischen Tal am Lake Tarawera ein glückliches, ruhiges und ursprüngliches Leben fernab der hektischen Zivilisation leben. Sie entschließt sich, gegen den Widerstand ihrer Familie dort zu bleiben – und gerät damit in die Fänge einer Sekte, die ihre Absichten erst nach und nach offenbart.

Die Autorin beschreibt absolut nachvollziehbar, wie eine normale junge Frau sich in einer vermeintlich glücklichen und unter paradiesisch anmutenden Umständen lebenden Gemeinschaft so geborgen und wahrgenommen fühlt, dass sie ihre eigene Persönlichkeit ohne offensichtlichen Zwang nach und nach aufgibt zugunsten der Gemeinschaft. Parallel wird die Situation von Cassies Eltern und Schwester geschildert, die darum kämpfen, Cassy aus der Sekte zu lösen. Ein spannender und Augen öffnender Roman!

Wenn Sie wissen möchten, ob das Buch in der Bibliothek verfügbar ist, klicken Sie bitte hier.

“Das Ende meiner Welt” von Charity Norman ist erschienen im Bastei Lübbe Verlag, ISBN 978-3-404-17633-5 (Link zur Verlagsseite)

 

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Buchtipp des Monats: “Die Gabe” von Naomi Alderman

Wie würde eine Welt aussehen, in der die Frauen die Macht in der Gesellschaft hätten und das im wahrsten Sinne des Wortes stärkere Geschlecht wären? Wäre diese Welt dann besser oder eher schlechter? In dieser Geschichte entdecken Teenager-Mädchen auf der ganzen Welt, dass sie plötzliche Stromstöße aussenden können, mit denen sie andere verletzen oder sogar töten können. Durch diese “Gabe” kippt die gewohnte Gesellschaftsordnung langsam, aber sicher. Männer sind nun immer häufiger Opfer, die geschützt werden müssen – und sie versuchen natürlich, sich gegen die Übermacht der Frauen zu wehren. Die Welt stürzt ins Chaos …

Ein sehr spannendes, aber auch brutales Gedankenexperiment, das den gegenwärtigen gesellschaftlichen Verhältnissen durchaus den Spiegel vorhält.

Wenn Sie wissen möchten, ob das Buch in der Bibliothek verfügbar ist, klicken Sie bitte hier.

“Die Gabe” von Naomi Alderman ist erschienen im Heyne Verlag, ISBN 978-3-453-31911-0 (Link zur Verlagsseite)

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Buchtipp des Monats: “Abschied in Prag” von Alyson Richman

Die Autorin erzählt von der jungen jüdischen Kunststudentin Lenka, die im Prag der 30er Jahre die Liebe ihres Lebens kennen lernt, den ebenfalls jüdischen Medizinstudenten Josef. Sie heiraten, doch die zunehmenden Repressionen der Nationalsozialisten macht die Lage für Juden in Prag immer unerträglicher. Josef bekommt Visa für Amerika, aber Lenka möchte ihre Familie nicht im Stich lassen. So trennen sie sich schweren Herzens, für eine vermeintlich kurze Übergangszeit. Während Lenka mit ihrer Familie nach Theresienstadt und später nach Auschwitz deportiert wird, gelingt Josef mit viel Glück tatsächlich die Emigration nach Amerika. Doch sie verlieren sich vollständig aus den Augen, halten sich gegenseitig aus guten Gründen für tot und trauern ihr Leben lang der verlorenen Liebe nach. Bis sie sich auf der Hochzeit ihrer Enkel mit 90 Jahren plötzlich wieder treffen …

Der Roman ist eine wunderbar erzählte und sehr zu Herzen gehende Geschichte, die von Liebe und Verlust, von Überlebenswillen und Zivilcourage, von Grausamkeit und Menschlichkeit, von Traumatisierung und Verdrängung handelt und die unbedingt lesenswert ist!

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“Abschied in Prag” von Alyson Richman ist erschienen im Diana Verlag, ISBN 978-3-453-35959-8 (Link zur Verlagsseite)

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Buchtipp des Monats: “Kreuzschnitt” von Oistein Borge

In Saint-Tropez wird der 90jährige Axel Krogh ermordet. In den Rücken des schwerreichen norwegischen Unternehmers hat der Mörder ein Kreuz geschnitten, und er  hat ein kleines Bild eines unbekannten Malers mitgenommen – sonst nichts. Der Osloer Kriminalkommissar Bogart Bull wird zur Unterstützung der örtlichen Kripo nach Frankreich entsandt und hat wenige Tage später 2 Morde aufzuklären: auch Kroghs Tochter Ella ist tot, ihren Rücken “ziert” ebenfalls ein Kreuz. Bei seinen Ermittlungen stoßen Bull und sein französischer Kollege bald auf eíne Verbindung zu einem grausamen Verbrechen während des 2. Weltkriegs …

Der Krimi verbindet die Gegenwart und die Vergangenheit auf eine Weise, dass lange nicht wirklich klar wird, welches Verbrechen 1943 von wem begangen wurde und wie das alles mit dem Mord an Axel Krogh zusammenhängt. Mein Fazit: ein spannender Krimi mit historischem Touch!

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“Kreuzschnitt” von Øistein Borge ist erschienen im Droemer Knaur Verlag, ISBN 978-3-426-30604-8 (Link zur Verlagsseite)

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Buchtipp des Monats: “Ausgerechnet Deutschland” von Wladimir Kaminer

Der bekannte Autor schreibt in diesem Buch über Erfahrungen mit Flüchtlingen, die er selbst in seinem brandenburgischen Dorf gemacht hat oder von denen er auf seinen Lesereisen gehört hat. Ich finde das Buch perfekt: der ernste Hintergrund ist leicht und fluffig umgesetzt, es liest sich sehr amüsant, und es ist ehrlich, realistisch und voller Sympathie für die Menschen, sowohl für die Geflüchteten als auch für die, die sie aufnehmen. Kaminer wird im Klappentext mit folgenden Worten zitiert: “Der Umgang mit diesem ernsten Thema ist in Deutschland oft verkrampft, von völliger Ablehnung bis zu übertriebenem Pathos. Ich möchte einen humorvollen Blick auf diese Problematik werfen.” Da ist ihm definitiv gelungen!

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“Ausgerechnet Deutschland” von Wladimir Kaminer ist erschienen im Goldmann Verlag, ISBN 978-3-442-48701-1 (Link zur Verlagsseite)

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Buchtipp des Monats: “Der Mann, der zu träumen wagte” von Graeme Simsion

Wer Musik aus den 60er und 70er Jahren liebt und außerdem auch noch gerne Romane liest, kommt hier voll auf seine Kosten. Die Hauptfigur Adam Sharp, IT-Berater und begnadeter Pianist, erzählt anhand von Songs aus dieser Zeit die Geschichte der großen Liebe seines Lebens. Mit 26 Jahren lernt er in einer Bar in Melbourne die junge Schauspielerin Angelina kennen, und es beginnt eine leidenschaftliche und intensive Liebesbeziehung, in der Musik eine wichtige Rolle spielt. Als Adam Australien aus beruflichen Gründen verlassen muss, verlieren die beiden sich aus den Augen. Mehr als 20 Jahre später nimmt Angelina erneut Kontakt mit Adam auf, worauf sich eine merkwürdige Dreierbeziehung zischen Adam, Angelina und ihrem Mann Charlie entwickelt. Und wieder bilden die Songs aus den 60er und 70er Jahren die musikalische und auch inhaltliche Kulisse. Das liest sich sehr schön, und ich empfehle dringend, dem Rat des Autors zu folgen und und die Songs beim Lesen tatsächlich auch zu hören (es gibt eine Playlist am Ende des Buches). Ich habe es aus Bequemlichkeit leider nicht getan, aber der eine oder andere Song war mir bekannt und klang zumindest in meinem Kopf mit – und ich muss zugeben, dass es die Geschichte noch lebendiger gemacht hat.

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“Der Mann, der zu träumen wagte” von Graeme C. Simsion ist erschienen im Fischer Verlag, ISBN 978-3-8105-3031-8 (Link zur Verlagsseite)

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Buchtipp des Monats: “Sieh mich an” von Mareike Krügel

Katharina ist Anfang 40, berufstätige Mutter zweier halbwüchsiger Kinder und Ehefrau von Costas, mit dem sie zur Zeit eine stressbeladene Wochenendbeziehung führt. Sie beschreibt einen einzigen – eigentlich ganz normalen – chaotischen Tag in ihrem Leben. Und doch ist an diesem Tag alles anders: sie hat ein “Etwas” in ihrer Brust entdeckt, und ihr eigener möglicher Tod wirft sie völlig aus der Bahn. Sie hinterfragt ihre Ehe, ihr Dasein als Mutter und ihre berufliche  Karriere als Musikerzieherin im Kindergarten, sie lässt alle Höhen und Tiefen ihres Lebens gedanklich Revue passieren, während sie sich dem Wahnsinn ihres Alltags stellt. Am Ende des Tages kann sie Costas zumindest von dem “Etwas” in ihrer Brust erzählen, wenn auch auf eine ungewöhnliche Art und Weise.

Es ist berührend zu lesen, wie Katharina durch ihre Entdeckung in einen Strudel aus wechselnden Emotionen hineingezogen wird, aus dem sie nur schwer wieder herausfindet, und natürlich fragt man sich unwillkürlich, wie man wohl selbst reagieren würde. Die dichte Atmosphäre des Romans tut ihr übriges, so dass man sich gut mit Katharina identifizieren kann.

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“Sieh mich an” von Mareike Krügel ist erschienen im Piper Verlag, ISBN 978-3-492-05855-1(Link zur Verlagsseite)

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Buchtipp des Monats: “Und jetzt lass uns tanzen” von Karine Lambert

Marguerite und Marcel haben schon ein langes Leben hinter sich, als sie sich in einem Kurheim kennen lernen – sie ist 78, er 73 Jahre alt.  Aus der anfänglichen bloßen Sympathie wird schnell Liebe – sehr zum Missfallen von Marguerites Sohn, der alles versucht, um seine Mutter von Marcel fern zu halten. Doch allen Widrigkeiten zum Trotz finden die beiden Liebenden letztlich zusammen und genießen ihren späten Lebensabend als glückliches Paar.

Die Autorin hat eine anrührende Liebesgeschichte geschrieben, die sehr französisch daherkommt – leicht, charmant und mit einem Hauch Melancholie.

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“Und jetzt lass uns tanzen” von Karine Lambert ist erschienen im Diana Verlag, ISBN 978-3-453-29191-1(Link zur Verlagsseite)

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