Archiv der Kategorie: Wir empfehlen

Buchtipp des Monats: “Die Gabe” von Naomi Alderman

Wie würde eine Welt aussehen, in der die Frauen die Macht in der Gesellschaft hätten und das im wahrsten Sinne des Wortes stärkere Geschlecht wären? Wäre diese Welt dann besser oder eher schlechter? In dieser Geschichte entdecken Teenager-Mädchen auf der ganzen Welt, dass sie plötzliche Stromstöße aussenden können, mit denen sie andere verletzen oder sogar töten können. Durch diese “Gabe” kippt die gewohnte Gesellschaftsordnung langsam, aber sicher. Männer sind nun immer häufiger Opfer, die geschützt werden müssen – und sie versuchen natürlich, sich gegen die Übermacht der Frauen zu wehren. Die Welt stürzt ins Chaos …

Ein sehr spannendes, aber auch brutales Gedankenexperiment, das den gegenwärtigen gesellschaftlichen Verhältnissen durchaus den Spiegel vorhält.

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Buchtipp des Monats: “Abschied in Prag” von Alyson Richman

Die Autorin erzählt von der jungen jüdischen Kunststudentin Lenka, die im Prag der 30er Jahre die Liebe ihres Lebens kennen lernt, den ebenfalls jüdischen Medizinstudenten Josef. Sie heiraten, doch die zunehmenden Repressionen der Nationalsozialisten macht die Lage für Juden in Prag immer unerträglicher. Josef bekommt Visa für Amerika, aber Lenka möchte ihre Familie nicht im Stich lassen. So trennen sie sich schweren Herzens, für eine vermeintlich kurze Übergangszeit. Während Lenka mit ihrer Familie nach Theresienstadt und später nach Auschwitz deportiert wird, gelingt Josef mit viel Glück tatsächlich die Emigration nach Amerika. Doch sie verlieren sich vollständig aus den Augen, halten sich gegenseitig aus guten Gründen für tot und trauern ihr Leben lang der verlorenen Liebe nach. Bis sie sich auf der Hochzeit ihrer Enkel mit 90 Jahren plötzlich wieder treffen …

Der Roman ist eine wunderbar erzählte und sehr zu Herzen gehende Geschichte, die von Liebe und Verlust, von Überlebenswillen und Zivilcourage, von Grausamkeit und Menschlichkeit, von Traumatisierung und Verdrängung handelt und die unbedingt lesenswert ist!

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Buchtipp des Monats: “Kreuzschnitt” von Oistein Borge

In Saint-Tropez wird der 90jährige Axel Krogh ermordet. In den Rücken des schwerreichen norwegischen Unternehmers hat der Mörder ein Kreuz geschnitten, und er  hat ein kleines Bild eines unbekannten Malers mitgenommen – sonst nichts. Der Osloer Kriminalkommissar Bogart Bull wird zur Unterstützung der örtlichen Kripo nach Frankreich entsandt und hat wenige Tage später 2 Morde aufzuklären: auch Kroghs Tochter Ella ist tot, ihren Rücken “ziert” ebenfalls ein Kreuz. Bei seinen Ermittlungen stoßen Bull und sein französischer Kollege bald auf eíne Verbindung zu einem grausamen Verbrechen während des 2. Weltkriegs …

Der Krimi verbindet die Gegenwart und die Vergangenheit auf eine Weise, dass lange nicht wirklich klar wird, welches Verbrechen 1943 von wem begangen wurde und wie das alles mit dem Mord an Axel Krogh zusammenhängt. Mein Fazit: ein spannender Krimi mit historischem Touch!

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Buchtipp des Monats: “Ausgerechnet Deutschland” von Wladimir Kaminer

Der bekannte Autor schreibt in diesem Buch über Erfahrungen mit Flüchtlingen, die er selbst in seinem brandenburgischen Dorf gemacht hat oder von denen er auf seinen Lesereisen gehört hat. Ich finde das Buch perfekt: der ernste Hintergrund ist leicht und fluffig umgesetzt, es liest sich sehr amüsant, und es ist ehrlich, realistisch und voller Sympathie für die Menschen, sowohl für die Geflüchteten als auch für die, die sie aufnehmen. Kaminer wird im Klappentext mit folgenden Worten zitiert: “Der Umgang mit diesem ernsten Thema ist in Deutschland oft verkrampft, von völliger Ablehnung bis zu übertriebenem Pathos. Ich möchte einen humorvollen Blick auf diese Problematik werfen.” Da ist ihm definitiv gelungen!

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Büchertrödel für Schnäppchenjäger

Sie warten schon sehnsüchtig auf den nächsten Büchermarkt, um sich mit Lesestoff zum kleinen Preis einzudecken und nebenbei das ein oder andere Schnäppchen zu ergattern? Ab sofort bieten wir auch zwischen den beliebten Büchermarkt-Terminen einen kleinen “Büchertrödel” an. In der Sachbuchabteilung im 2. OG finden Sie ein voll gepacktes Regal mit ausgesonderten Medien aus dem Bibliotheksbestand, an dem SIe sich gegen eine kleine Spende an unseren Förderverein bedienen können.

Die Einnahmen aus der Spendenbüchse kommen der Bibliothek wieder zugute, denn der Förderverein unterstützt die Bibliothek bei vielen Medienaktionen. So kann die Kinder- und Jugendbibliothek regelmäßig ihren Bestand an Erstlese- und Bilderbüchern erweitern. In der Erwachsenenbibliothek wurde zum Beispiel der Kauf neuer Ruhrgebietsführer finanziell unterstützt.

Unser Büchertrödel im 2. OG der Stadtbibliothek

PS: Im Büchertrödel finden Sie immer nur einen kleinen Teil unserer ausgesonderten Medien. Für die ganz große Auswahl empfehlen wir Ihnen den Besuch des nächsten großen Büchermarkts in der Glashausrotunde, der am 7. und 8. Dezember 2018 stattfindet.

Buchtipp des Monats: “Fever” von Deon Meyer

Südafrika in einer nahen Zukunft: nach einer weltweiten, überwiegend tödlich verlaufenden Fieberepidemie ist das Land nahezu menschenleer und zerstört. Der 13jährige Nico und sein Vater Willem suchen nach anderen Überlebenden, um eine neue Siedlung gründen zu können, die auf humanen Prinzipien beruhen soll – Amanzi. Nach und nach finden sich neue Bewohner in Amanzi ein. Unter der Führung von Willem und einigen anderen wächst die Siedlung stetig und erfolgreich. Doch schon bald müssen die Siedler mit Problemen von innen (Hunger und Intrigen) und außen (Angriffe durch kriminelle Banden) kämpfen.

Der spannend und unterhaltsam erzählte Endzeit-Roman schildert realistisch den Neuaufbau einer Gesellschaft und die damit verbundenen Schwierigkeiten. Am Ende der Geschichte werden auch die Ursachen der Epidemie aufgedeckt, und das geschilderte Szenario scheint mir leider nicht komplett unrealistisch …

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Mobile Nutzung des Online-Katalogs ohne App

Viele Leser sprechen uns in den letzten Tagen an, weil die im Google PlayStore angebotene WebOpac-App ist nicht mehr funktioniert. Der Grund dafür liegt in der Abschaltung unseres alten Katalogs, welche wir bereits seit Anfang März angekündigt hatten.

Dies ist uns bewusst und wir suchen daher gemeinsam mit den anderen Bibliotheken im Kreis Recklinghausen nach einer anderen, für alle bezahlbaren App-Lösung.

Bis dahin kann aber auch der neue Katalog https://bib-kreisre.de mit mobilen Geräten aufgerufen werden. Sowohl die Recherche im Bestand als auch die Kontoabfrage und Verlängerung sind somit weiterhin am Smartphone oder Tablet möglich – und das ganz ohne eine App.

Bequemer Aufruf durch Schnellzugriff

Um den Zugriff dabei etwas bequemer zu machen, können Sie sich den Katalog auch als Schnellzugriff auf Ihren Startbildschirm legen. Hier eine kurze Anleitung in Bildern:

1. Rufen Sie die Internetadresse bib-kreisre.de in Ihrem Browser (hier Chrome) auf:2. Öffnen Sie das Browser-Menü über die 3 Punkte rechts oben und wählen Sie den Menüpunkt “Zum Startbildschirm zufügen” aus:

3. Vergeben Sie einen Namen für den Schnellzugriff:

4. Ab sofort finden Sie den Schnellzugriff auf Ihrem Startbildschirm und können den Katalog mit einem Klick aufrufen:

 

 

Buchtipp des Monats: “Saturday Night Biber” von Anja Rützel

Anja Rützel liebt Tiere – große und kleine, niedliche und weniger niedliche, eben die ganze Bandbreite, die die Natur so bietet. Und sie ist abenteuerlustig genug, um sich als Journalistin  auch auf eher ungewöhnliche Themen und Experimente einzulassen. Deshalb kann man in dem Buch “Saturday Night Biber” darüber lesen, wie sie versucht, Hirsche zu füttern, Schaben zu halten, Alpakas zu bändigen, mit Kühen zu kuscheln, einen Falken zu präparieren, Freundschaft mit einem Ameisenbären zu schließen oder flauschigen Kaninchen beim Hindernisspringen zuzuschauen. Von diesen teilweise skurrilen Erlebnissen erzählt sie sehr witzig, mit einer guten Portion Selbstironie und vor allem mit viel Liebe zu den jeweiligen Protagonisten der Stories. Mich haben die Geschichten immer wieder zum Lachen gebracht und dazu, mal nachzuforschen ob es Kühekuscheln tatsächlich gibt, wie ein Ameisenbär genau aussieht oder was unter Kunst mit Tierpräparaten zu verstehen ist.

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Buchtipp des Monats: “Der Mann, der zu träumen wagte” von Graeme Simsion

Wer Musik aus den 60er und 70er Jahren liebt und außerdem auch noch gerne Romane liest, kommt hier voll auf seine Kosten. Die Hauptfigur Adam Sharp, IT-Berater und begnadeter Pianist, erzählt anhand von Songs aus dieser Zeit die Geschichte der großen Liebe seines Lebens. Mit 26 Jahren lernt er in einer Bar in Melbourne die junge Schauspielerin Angelina kennen, und es beginnt eine leidenschaftliche und intensive Liebesbeziehung, in der Musik eine wichtige Rolle spielt. Als Adam Australien aus beruflichen Gründen verlassen muss, verlieren die beiden sich aus den Augen. Mehr als 20 Jahre später nimmt Angelina erneut Kontakt mit Adam auf, worauf sich eine merkwürdige Dreierbeziehung zischen Adam, Angelina und ihrem Mann Charlie entwickelt. Und wieder bilden die Songs aus den 60er und 70er Jahren die musikalische und auch inhaltliche Kulisse. Das liest sich sehr schön, und ich empfehle dringend, dem Rat des Autors zu folgen und und die Songs beim Lesen tatsächlich auch zu hören (es gibt eine Playlist am Ende des Buches). Ich habe es aus Bequemlichkeit leider nicht getan, aber der eine oder andere Song war mir bekannt und klang zumindest in meinem Kopf mit – und ich muss zugeben, dass es die Geschichte noch lebendiger gemacht hat.

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Buchtipp des Monats: “Sieh mich an” von Mareike Krügel

Katharina ist Anfang 40, berufstätige Mutter zweier halbwüchsiger Kinder und Ehefrau von Costas, mit dem sie zur Zeit eine stressbeladene Wochenendbeziehung führt. Sie beschreibt einen einzigen – eigentlich ganz normalen – chaotischen Tag in ihrem Leben. Und doch ist an diesem Tag alles anders: sie hat ein “Etwas” in ihrer Brust entdeckt, und ihr eigener möglicher Tod wirft sie völlig aus der Bahn. Sie hinterfragt ihre Ehe, ihr Dasein als Mutter und ihre berufliche  Karriere als Musikerzieherin im Kindergarten, sie lässt alle Höhen und Tiefen ihres Lebens gedanklich Revue passieren, während sie sich dem Wahnsinn ihres Alltags stellt. Am Ende des Tages kann sie Costas zumindest von dem “Etwas” in ihrer Brust erzählen, wenn auch auf eine ungewöhnliche Art und Weise.

Es ist berührend zu lesen, wie Katharina durch ihre Entdeckung in einen Strudel aus wechselnden Emotionen hineingezogen wird, aus dem sie nur schwer wieder herausfindet, und natürlich fragt man sich unwillkürlich, wie man wohl selbst reagieren würde. Die dichte Atmosphäre des Romans tut ihr übriges, so dass man sich gut mit Katharina identifizieren kann.

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