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Buchtipp des Monats: “Der Mann, der zu träumen wagte” von Graeme Simsion

Wer Musik aus den 60er und 70er Jahren liebt und außerdem auch noch gerne Romane liest, kommt hier voll auf seine Kosten. Die Hauptfigur Adam Sharp, IT-Berater und begnadeter Pianist, erzählt anhand von Songs aus dieser Zeit die Geschichte der großen Liebe seines Lebens. Mit 26 Jahren lernt er in einer Bar in Melbourne die junge Schauspielerin Angelina kennen, und es beginnt eine leidenschaftliche und intensive Liebesbeziehung, in der Musik eine wichtige Rolle spielt. Als Adam Australien aus beruflichen Gründen verlassen muss, verlieren die beiden sich aus den Augen. Mehr als 20 Jahre später nimmt Angelina erneut Kontakt mit Adam auf, worauf sich eine merkwürdige Dreierbeziehung zischen Adam, Angelina und ihrem Mann Charlie entwickelt. Und wieder bilden die Songs aus den 60er und 70er Jahren die musikalische und auch inhaltliche Kulisse. Das liest sich sehr schön, und ich empfehle dringend, dem Rat des Autors zu folgen und und die Songs beim Lesen tatsächlich auch zu hören (es gibt eine Playlist am Ende des Buches). Ich habe es aus Bequemlichkeit leider nicht getan, aber der eine oder andere Song war mir bekannt und klang zumindest in meinem Kopf mit – und ich muss zugeben, dass es die Geschichte noch lebendiger gemacht hat.

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Buchtipp: “Am Ende aller Zeiten” von Adrian J. Walker

walkerEin Asteroidenschauer geht auf die Nordhalbkugel der Erde nieder, seine Einschläge verwüsten auch Großbritannien: ganze Städte und Regionen werden (im Wortsinn) dem Erdboden gleich gemacht, die Landschaft ist mit Kratern übersät, verbrannt und nicht wieder zu erkennen, die Zivilisation bricht zusammen. In Edinburgh zählen Edgar Hill und seine Familie zu  einer Gruppe Überlebender, die sich in einer bewohnbaren Kaserne einrichtet.

Nachdem Edgar und einige andere die Rettungsaktion einer Hilfsorganisation knapp verpassen – sie befinden sich auf einem Versorgungseinsatz – machen sie sich auf eigene Faust auf den Weg nach Süden, wohin die Überlebenden gebracht wurden und auf ihre Evakuierung warten. Denn wenn Edgar seine Familie wiedersehen will, muss er sich trotz seines Übergewichts und seiner Frustration der Strapaze eines Fußmarsches quer durch das zerstörte Land aussetzen, immer auf der Hut vor anderen Überlebenden und immer am Rande seiner Kräfte

Adrian J. Walker hat einen beängstigend realistischen und überaus spannenden postapokalytischen Roman geschrieben, eine Mischung aus Science Fiction, Thriller, Abenteuerroman und Selbstfindungstrip, die mich beim Lesen gepackt hat und noch lange in meinem Kopf nachhallen wird.

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Buchtipp: “Die sieben Tode des Max Leif” von Julian Käppler

Nachdem er selbst einen Herzinfarkt knapp überlebt hat und sein bester Freund Paul wenig später einer Thrombose erliegt, ist sich der 41jährige Musikproduzent Max Leif sicher, dass er nun doch der Nächste ist und sterben wird. Deshalb entwickelt er sich zum Hypochonder und vermutet aufgrund seiner Symptome bei sich nacheinander die Schlafkrankheit, einen Hirntumor und eine HIV-Infektion. Trotz der anderslautenden Diagnosen der Ärzte und der Beruhigungsversuche der ihm nahestehenden Menschen bereitet Max sich auf sein baldiges Ableben vor: er verkauft sein Unternehmen, verschenkt seine teuren Autos, schickt seine untreue Geliebte zum Teufel und trifft Vorkehrungen, um den größten Fehler seines Lebens wenigstens halbwegs wieder gut zu machen. Dieser geheimnisvolle Fehler stellt sich letztlich als Kernpunkt der Geschichte heraus, und die Stimmung des Romans ändert sich von amüsanter Leichtigkeit zu dramatischer Tiefe. Die Hauptfigur Max kommt dabei aber immer sehr sympathisch rüber, und man wünscht ihm doch sehr, dass sein weiteres Leben glücklich verlaufen möge – die Fortsetzung von Max Leifs Lebensgeschichte mit dem vielversprechenden Titel “Die Schwangerschaft des Max Leif”, die vor wenigen Wochen erschienen ist, konnte ich leider noch nicht lesen, aber ich habe mir das Buch direkt vorgemerkt. Denn alles in allem war das erste Buch ein sehr vergnüglicher Roman.

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Buchtipp: “Am Ende ist noch längst nicht Schluss” von Safia Monney

Als sie jung waren, haben die 3 Freunde Ralph, Gonzo und Roy beschlossen, niemals alt zu werden oder gar in ein Altenheim zu ziehen. Stattdessen wollten sie mit spätestens 60 Jahren gemeinsam freiwillig abtreten. Nun ist Ralph schon 70 Jahre alt, hat die Freunde längst aus den Augen verloren, lebt mehr schlecht als recht von seiner mickrigen Rente und trauert den wilden Zeiten als Roadie diverse Rockgrößen nach. Schließlich landet er zu Weihnachten dann auch noch im Altenheim – wenn auch nur, um als ehrenamtlicher Keksverteiler seine 30 Jahre jüngere Nachbarin Tabea zu beeindrucken. Das gelingt so gar nicht, stattdessen lernt er den alten Piet kennen, der im Rollstuhl sitzt, Geld zu haben scheint und nur noch weg will aus dem Heim. Ralph “befreit” Piet, und gemeinsam machen sie sich in Ralphs klapprigem Golf auf, um Roy und Gonzo zu besuchen, damit der Jugendplan der drei Freunde doch noch in die Tat umgesetzt werden kann …

Auf eine sehr amüsante und herzerwärmende Art setzt sich die Geschichte mit dem Thema Altwerden und Tod auseinander, die witzige Schreibweise lässt das Thema auch nie schwer werden. Zu köstlich sind zum Beispiel die Beschreibungen von Ralph, wie er Tabea anbaggert, oder wie die Freunde versuchen, sich letzte Träume zu erfüllen – schließlich wollen sie mit Stil abtreten. Ob ihnen das auch gelingt, wird hier nicht verraten … Kurz und gut, das Buch ist rundum zu empfehlen.

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Buchtipp: “Warten auf Doggo” von Mark B. Mills

doggo“Hässlich kann liebenswert sein” – dieser Satz taucht erst kurz vor dem Ende des Buches auf, aber er beschreibt die Geschichte ganz gut: Der Werbetexter Daniel wurde von seiner Freundin Clara verlassen und bleibt – todunglücklich – mit dem überaus hässlichen Hund Doggo zurück. Der zunächst ungeliebte Straßenköter bringt Dans Alltag ziemlich durcheinander. Aber die beiden freunden sich allmählich an, und bald ist Doggo aus Dans Leben nicht mehr wegzudenken. Er begleitet ihn sogar zur Arbeit, wird schnell zum Liebling der hippen Werbeagentur und hilft Dan, sich wieder zu berappeln und sich neu aufzustellen. Mit Doggos Hilfe kommt er auch seiner neuen Kollegin Edie näher, die ihm besser gefällt, als er zugeben mag … Humorvoll beschreibt der Autor, wie Dan seinem Leben eine neue Richtung gibt und lernt, was wirklich zählt.

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Buchtipp: “Ein Mann namens Ove” von Fredrik Backman

OveEigentlich empfehle ich nicht so gerne Bücher, die es ohnehin schon auf die Bestsellerliste geschafft haben. Aber ab und zu mache ich auch eine Ausnahme, zum Beispiel für diesen Titel 😉 Denn ich habe das Buch ausgesprochen gern gelesen und habe mich dabei nicht nur amüsiert, sondern war auch angerührt von der Geschichte um den mürrischen Eigenbrötler Ove. Der 59jährige Frührentner nervt die ganze Reihenhaussiedlung mit seiner Pedanterie, bis im Haus nebenan eine junge schwedisch-iranische Familie einzieht und sein sorgsam organisiertes Leben gehörig auf den Kopf stellt. Das ergibt äußerst komische Szenen, vor allem, weil Ove so ein knurriger und grummeliger Besserwisser ist. Parallel dazu wird Oves Lebensgeschichte erzählt, und langsam aber sicher wächst einem der vom Schicksal gebeutelte Mann ans Herz – weil man erkennt, wie er zu dem Mann wurde, der er ist. Kurzum, dem Autor ist ein witziges und herzerwärmendes Buch gelungen!

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Buchtipp: “Rebellen” von Wolfgang Schorlau

schorlauEnde der 60er Jahre werden die Jugendlichen Paul, der Junge aus dem Waisenhaus, und Alexander, der Unternehmerssohn, beste Freunde. Die gemeinsame Liebe zur Musik, vor allem zu den Rolling Stones, schweißt sie trotz aller Unterschiede, die zwischen ihnen existieren, zusammen. Später engagieren sich beide politisch und erleben die gesellschaftlichen Umbrüche der 60er und 70er Jahre hautnah, als Beteiligte mit. Dabei lernen sie die Psychologie-Studentin Toni kennen, in die sich beide rettungslos verlieben. Der Autor beschreibt diese Jugendfreundschaft rückblickend auf sehr fesselnde Art und Weise, man will dranbleiben an der Geschichte und ist immer gespannt, wie sich alles weiterentwickelt. Besonders auch der Weg in den Protest gegen die gesellschaftliche Erstarrung dieser Zeit ist packend geschildert.

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