Schlagwort-Archive: Science Fiction

Buchtipp des Monats: “Fever” von Deon Meyer

Südafrika in einer nahen Zukunft: nach einer weltweiten, überwiegend tödlich verlaufenden Fieberepidemie ist das Land nahezu menschenleer und zerstört. Der 13jährige Nico und sein Vater Willem suchen nach anderen Überlebenden, um eine neue Siedlung gründen zu können, die auf humanen Prinzipien beruhen soll – Amanzi. Nach und nach finden sich neue Bewohner in Amanzi ein. Unter der Führung von Willem und einigen anderen wächst die Siedlung stetig und erfolgreich. Doch schon bald müssen die Siedler mit Problemen von innen (Hunger und Intrigen) und außen (Angriffe durch kriminelle Banden) kämpfen.

Der spannend und unterhaltsam erzählte Endzeit-Roman schildert realistisch den Neuaufbau einer Gesellschaft und die damit verbundenen Schwierigkeiten. Am Ende der Geschichte werden auch die Ursachen der Epidemie aufgedeckt, und das geschilderte Szenario scheint mir leider nicht komplett unrealistisch …

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Buchtipp: “Die vielen Leben des Harry August” von Claire North

Harry August hängt in einer Zeitschleife fest: Immer, wenn er stirbt, beginnt sein Leben wieder von vorne mit seiner Geburt im Jahr 1919. Allerdings bleiben ihm all seine Lebenserfahrungen und sein Wissen erhalten, so dass er seine Leben unterschiedlich gestalten kann. Bald erfährt er, dass er nicht der Einzige so genannte Kalachakra ist. Als sein 11. Leben zu Ende geht, überbringt ihm ein kleines Mädchen die beängstigende Nachricht aus der Zukunft, dass der Weltuntergang im Laufe der Jahrhunderte immer näher gerückt ist und nun kurz bevorsteht. Das ihn auslösende Ereignis scheint im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts statt zu finden. Harry macht sich in seinen nächsten Leben auf die Suche nach den Ursachen und entdeckt Erschütterndes. Wird er den Weltuntergang verhindern können?

Die sehr komplexe Geschichte ist äußerst spannend erzählt, die Handlung springt immer wieder in frühere oder spätere Leben Harrys. Dadurch gewinnt der Roman immer mehr an Kontur, die anfängliche Verwirrung legt sich und die Puzzlesteine fallen an die richtige Stelle. Das Buch ist nicht zum schnellen Weglesen geeignet, bietet aber packende Unterhaltung für jeden, der sich auf die Vorstellung der Wiedergeburt einlassen kann.

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Buchtipp: “Am Ende aller Zeiten” von Adrian J. Walker

walkerEin Asteroidenschauer geht auf die Nordhalbkugel der Erde nieder, seine Einschläge verwüsten auch Großbritannien: ganze Städte und Regionen werden (im Wortsinn) dem Erdboden gleich gemacht, die Landschaft ist mit Kratern übersät, verbrannt und nicht wieder zu erkennen, die Zivilisation bricht zusammen. In Edinburgh zählen Edgar Hill und seine Familie zu  einer Gruppe Überlebender, die sich in einer bewohnbaren Kaserne einrichtet.

Nachdem Edgar und einige andere die Rettungsaktion einer Hilfsorganisation knapp verpassen – sie befinden sich auf einem Versorgungseinsatz – machen sie sich auf eigene Faust auf den Weg nach Süden, wohin die Überlebenden gebracht wurden und auf ihre Evakuierung warten. Denn wenn Edgar seine Familie wiedersehen will, muss er sich trotz seines Übergewichts und seiner Frustration der Strapaze eines Fußmarsches quer durch das zerstörte Land aussetzen, immer auf der Hut vor anderen Überlebenden und immer am Rande seiner Kräfte

Adrian J. Walker hat einen beängstigend realistischen und überaus spannenden postapokalytischen Roman geschrieben, eine Mischung aus Science Fiction, Thriller, Abenteuerroman und Selbstfindungstrip, die mich beim Lesen gepackt hat und noch lange in meinem Kopf nachhallen wird.

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Buchtipp: “MUC – die verborgene Stadt” von Anna Mocikat

Erst im Juli habe ich den Postapokalypse-Roman “MUC” empfohlen, nun habe ich auch den Folgeband gelesen und möchte ihn ebenfalls hier vorstellen.

muc2Die Kletterkünstlerin Pia lebt mittlerweile schon seit einem Jahr bei den Hades-Rebellen in MUC (ehemals München) und erkundet immer noch begeistert die Stadt und ihre verlassenen Hochhäuser. Nachdem der Konflikt mit der Oberstadt, von dem der erste Band handelt, beigelegt ist, droht nun allerdings neues Unheil: Die Machthaber der im Nordosten gelegenen Metropole Utilitas (ehemals Frankfurt am Main) planen eine Invasion, um ihren Machtbereich auszudehnen und außerdem Pia zu entführen. Denn Pia mit ihren schwarzen Haaren ist unter all den ausschließlich rothaarigen Überlebenden der großen Virus-Epidemie etwas Besonderes. Um Utilitas abwehren zu können, verbünden sich die Bewohner der Ober- und der Unterstadt und schicken außerdem Elias aus der Oberstadt und Pia aus dem Hades auf die gefährliche Mission, die verborgene Stadt im Nordosten von MUC zu finden und deren Bewohner um Hilfe zu bitten.

Der Roman kann zwar auch ohne Kenntnis des ersten Bandes gelesen werden, macht aber mehr Spaß, wenn man die Protagonisten und die Vorgeschichte kennt. Der Autorin ist erneut ein spannender und abenteuerreicher Roman mit dem einen oder anderen Gruseleffekt gelungen.

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Buchtipp: “MUC” von Anna Mocikat

mucSüddeutschland im Jahr 2120: Hundert Jahre nach dem großen Sterben, dem fast die gesamte Menschheit zum Opfer fiel und das nur rothaarige Menschen überlebten, verlässt die dunkelhaarige Außenseiterin Pia die Enge ihres abgelegenen Heimatdorfes in den Alpen. In der sagenumwobenen Stadt MUC (vormals München) möchte sie ihren verschollenen Bruder suchen. Anstelle des erhofften Paradieses findet sie jedoch eine albtraumhafte Stadt vor, in der die verarmten Bewohner von einem strenggläubigen Diktator beherrscht werden. Sie schließt sich einer Rebellentruppe an, die sich in den Katakomben unter der Stadt eine Heimat geschaffen hat und von Diebstählen und Raubzügen lebt. Auf einer Beutetour in die reiche Oberstadt macht Pia eine unglaubliche Entdeckung.

Die Autorin zeichnet ein beklemmendes Bild einer möglichen postapokalyptischen Zukunft. Ich habe mir beim Lesen durchaus die Frage gestellt, was wohl von unserer Zivilisation übrig bleiben mag, wenn unser heutiges Wissen und unsere technischen Errungenschaften auf Grund einer Katastrophe von heute auf Morgen verloren gehen?

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